Sonntag, 6. August 2017

3. August 2017

2. Teil 20. Tag
Schon auf dem Pass zwei Schilder mit verschiedenen Angaben, aber es kommt noch besser...

Strecke: Trescolmenpass - Rosso - Cauco - Pizzo di Claro - Capanna Brogoldone
Die Alp de Trescolmen ist nicht mehr bewirtschaftet.

Die Schlafstelle war gut gewählt und ich erwache erholt in meinem Zelt. Während das Wasser für meinen Tee zu kochen anfängt, beginne ich den Rucksack zu packen. Um kurz vor sieben Uhr marschiere ich heute los. Vom Pass sind es heute fast 1000hm, die ich gleich in der Früh hinunter gehe. Die Alpe, in der ich übernachten wollte, ist verlassen und wenn man die schmalen Wege ins Tal beachtet, ist es verständlich warum.
Meine zwanzig Minuten Wanderung wird vom Pass aus scheinbar dazugezählt ;-)

Nach der Alpe begleitet wieder ein Bach den Weg. Die Markierungen sind teilweise weggeschwemmt, aber mit genügend Aufmerksamkeit finde ich doch den Weg.
Nachdem auf dem Pass kein Fließwasser war, hole ich hier meine Morgenwäsche nach.

Ich wechsle auch ein paar mal die Seite des Baches und bei einer Stelle rutsche ich unglücklich aus und schürfe mich auf. Nichts, was ein Pflaster nicht "heilen" könnte.
Ewig keine Pilze gefunden und dann gleich so einen schönen Steinpilz.

Kurz vor Valbella komme ich zur Calancasca, dem saubersten Fluss, den ich je gesehen habe.

So sauberes Wasser!
Bald bin ich in Valbella. Auch hier ist der Bach kristallklar. Es gräbt sich immer wieder in den Fels und lässt Schluchten entstehen.
Nach den verwirrenden Zeitangaben heute, habe ich ein Mittelmaß für mich gefunden. Ich brauch nicht 2 3/4 Stunden und keine 4 Stunden nach Rosso, sondern drei Stunden.

Von Valbella nach Rosso gehe ich auf der Straße. Dort bekomme ich einen guten Capuccino im Ristorante Alpino.
Dolce vita
Hier beeindrucken mich die gepflasterten Wege, die in ganz Rosso zu finden sind.

Weiter geht es auf einer wunderschönen Talstraße nach Cauco. Bei einer besonders schönen Stelle bei einer Brücke stelle ich den Rucksack ab und hüpfe ins Wasser.
Mein Rucksack muss warten, bis ich von meiner Abkühlung zurück bin.

Das Wasser ist sehr erfrischend.
Hier ist Fischen verboten.

In Cauco geht es jetzt den Berg hinauf. Die Steigung ist gleich enorm und das ist insofern gut, weil ich über 1700hm auf den nächsten Gipfel habe.
Rückblick auf Cauco
Es geht steil hinauf.

Bei einer Alm (die als Ferienhäuser dienen) treffe ich vier Schweizer, die auch Deutsch sprechen. Nach ein bisschen Smalltalk geht es weiter bergan. Ich komm bei einer Quelle vorbei und fülle meine Wasservorräte.
Von dieser Alm geht es wieder weiter hinauf.

Heute wird es heißt, aber ich bleibe zum Glück sehr lange im Schatten des Waldes. Erst bei einer
hohen Alm, auf der es einige Mutterkühe mit Kälbchen gibt, verlasse ich die Waldgrenze.
Mit der Almgrenze erreiche ich die letzte Alm vor dem Gipfel (Alp di Rossiglion).

Beim Berg über dem Schornstein bin ich heute gestartet

Die letzten 700hm geht es in der Sonne.
Auch hier hätte ich zur Capanna Brogoldone gehen können, aber da hätt ich den Pizz Claro versäumt.

Die Sonne sticht.

Hinter dem Grat wäre die Capanna.

Ich muss oft ausruhen, aber um 16.30 Uhr stehe ich auf dem Pizz' di Claro (2.727m). Oben ist auch ein Italiener mit seiner Tochter und ihrem Hund. Der meint, dass ich mindestens vier Stunden bis zum Campanna Brogoldone brauchen werde. Der "Weg", den ich mir herausgesucht hätte, ist kein Weg sondern ein ausgesetzter Grat, auf dem die Bezirksgrenze verläuft.
Jetzt noch runter zum See.

Lago di Canee und ganz unten in Tal der Ort Claro
Das Wasser ist sehr schön.

Also entscheide ich mich zuerst zum Lago di Canee abzusteigen (ca. 2.200m) und dann noch weiter zu der darunter liegenden Alm auf 1800m. Von dort quere ich die ganze Westflanke und in leichtem Auf und Ab schaffe ich es in 2.5h bis zur Capanna. Dabei komme ich noch bei anderen Almen vorbei und auf einem aufgewärmten Stein schlängelt sich eine Kreuzotter, die aber vor mir flüchtet.
Die Giftschlange

Meine Unterkunft

Sehr erschöpft nach einem 12 Stundentag bin ich erfreut, dass ich Zimmer und Halbpension bekomme.
Abendstimmung

Freitag, 4. August 2017

2. August 2017

2. Teil 19. Tag

Strecke: Isola - Passo di Baldisco - Mesox - Trescolmenpass

In der Früh habe ich schnell gepackt und das Frühstück gegessen und bin um 7.30 Uhr unterwegs.
Schöne Steinhäuser in Isola
Das schöne Gasthaus in Isola, wo ich gestern zu Abend aß.

Die Steigung am Anfang ist enorm und nach dem ersten steilen Stück geht es auf einer Forststraße eher sanft dahin. Auf einer Seite ist ein toller Wasserfall.
Beim Wasserfall hätt es auch einen Geocache gegeben, aber ich möchte rasch zum Pass kommen.
 Wieder ein Stück weiter steigt der Weg steil an und ich komme auf eine Alm.
Alp Borghetto

Dort sehe ich einen kleinen Esel und etwas weiter bemüht sich eine Italienerin mit mir Smalltalk auf Deutsch zu machen.
Nach der Geländestufe ist schon der erste See.

Nach der Alm steigt der Weg weiter hinauf und ich gelange zu lieblichen Bergseen Der erste ist der größte und fast bei jedem stehen ein paar Männer und fischen.
Rückblick beim großen See.

Der große See hat herrlich sauberes Wasser.

Bei den Seen vertue ich viel Zeit mit Geocache-Suche. Trotzdem bin ich nach 3.5h oben auf dem Baldisco-Pass. Nach einem weiteren Stück gelange ich wieder in die Schweiz.
Von nun an gehts bergab
Nach einem Hochtal mit vielen Murmeltieren komme ich wieder in die Schweiz.

Dort stürzt das Wasser steil hinunter.



Der Weg bergab ist davon gekenntzeichnet, dass ich ihn immer wieder einmal verliere. Die Gegend ist wunderschön und sehr einsam. Doch nach einer Geländekante wird es richtig steil und zum Glück geht es jetzt durch den Wald, denn inzwischen brütet die Mittagshitze. Einige Stellen sind versichert und so verliere ich schnell an Höhenmetern.
Da unten liegt das Mesoxtal, von der Geländekante aus gut zu erkennen.
Weiter unten gibt es Stege, aber der Fluss ist versiegt.

Die versicherte Stelle im Wald.

Ich komme neben der Autobahn heraus im Mesoxtal, aber ich gehe nicht nach Mesocco.

In der Karte steht groß Pian San Giacomo und ich glaube, dass das ein größerer Ort mit einer Kirche ist. Dabei handelt es sich um einen Weiler ohne richtiges Zentrum und die Kirche ist eher eine Kapelle, die ich fast nicht bemerkt hätte.

Von dort beginne ich gleich wiedet mit dem Aufstieg Richtung Trescolmenpass. Nach einer Forststraße, die kaum ansteigt, komme ich bei einige Höfen vorbei und dann in einen Fichtenwald. In diesem geht es sehr steil nach oben, ich überquere auf einer Hängebrücke einen Bach und dann geht es noch einmal steil durch den Wald.

Die Brücke wackelte ziemlich beim Überqueren.
Bei der Alm Ceta ist eine Weide mit ein paar Esel und von jetzt an geht es im Steilmodus weiter. Die Hitze lässt mich kurz in Versuchung kommen, die eingekühlten Bier bei der Alp de Curtas zu dezimieren, aber schließlich widerstehe ich und komme so in den Lächenwaldbereich.
Suchbild mit Esel

Dort habe ich endlich nach 19 Tagen Glück und finde ein paar Eierschwammerl (Pfifferlinge) für meinen Abendcouscous. Nach der Waldgrenze schaut die Sonne genau über den Pass und ich spüre, dass dieser schon der zweite des Tages ist. Ich werde langsamer, aber gegen 17.00 Uhr bin ich auf dem Pass.
Rückblick: links der letzten Spitze ist der Passo di Baldisco.

Auf dem Trescolmenpass gibt es keinen Bach, aber eine kleine Lacke (Pfütze)

Ich beschließe für heute nicht mehr weiter zu gehen und baue mein Zelt auf. Die Schwammerl schmecken etwas seltsam, wahrscheinlich waren sie schon alt.
Mein Nachtlager und meine Kochstelle am Trescolmenpass.

1. August 2017

2. Teil 18. Tag
Morgenstimmung beim Baita del Capriolo

Strecke: Baita del Capriolo - Pizzo d'Emet - Passo Niemet - Lago Emet - Lago Splügen - Isola
Schnaps mit Kreuzotter

In der Früh zeigt mir Valentino der Wirt noch seine Speisekammer und ich muss den "Viperschnaps" probieren und dann gehts los.
Schinken, Salami und Parmesan...

Zuerst am Lago di Lei südwärts, bis nach rechts ein unscheinbares Wegerl abzweigt.
Im Hintergrund Pizzo Stella

Hier gehts zum Passo Sterla
Ich verliere öfter den Weg, aber Steinmänner zeigen, dass ich doch richtig bin.

Da oben bin ich richtig.

Immer weiter hinauf, bis ich den Pass erreicht habe. Dieser ist auch schon auf über 2.800m, aber von dort klettern nur erfahrene Kletterer auf dem Südkamm zum Pizzo. Ich quere lieber noch ein Blockfeld und steige zum Westgrat hinauf.
Vom Südgrat zum Westgrat geht es über große Blöcke.

Der türkise Splügensee und der dunkle Emetsee.

Von hier ist es einfacher. Zwar gibt es einige ausgesetzte Stellen, aber bald hab ich den 3210m hohen Berg bezwungen.
Pizzo d'Emet 3210m

Das gefährlichste da oben ist der heftige Wind.
Beim Runterklettern treffe ich einen Italiener mit Sohn, der mir den Weg zum Pass Niemet zeigt.

Cooles Gipfelbuch.

Beim Emet-See gibt es das Rifugio Bertacchi
Von dort geht es weiter zum Lago di Emet und von dort in einer Stunde zum Splügensee.
Splügensee

Ein guter Asphaltkilometer und unter der Staumauer vorbei zum Anfang des alten Weges in die Schlucht.
Die alte Straße ist sehr ausgesetzt.

Von unten sieht man, wie steil es da runter geht.

Aus dieser sind schon verschiedenste Geräusche zu hören. Ein Kläffen, ein Fauchen und eine Frau die "stronzo" schreit. Ich biete meine Hilfe an und zu dritt gelingt es und den Hund und das Murmeltier zu trennen. Letzteres höre ich nur, doch der Hund hat einiges abbekommen.
Der Endspurt nach Isola.

Kurz vor sechs Uhr abends erreiche ich Isola und als erster kommt mit das B&B unter. Ich bekomme ein Zimmer und frage nach einer Möglichkeit Essen zu gehen. Auch diese gibt es im Ort. Ich dusche schnell, wasche meine Kleidung und mache mich auf zum Ristorante.
Mein

Hier treffe ich zwei Deutsche Weitwanderer, die die Alpen entlang des Rheins durchqueren und vom Bodensee gestartet sind. Beim Essen sitzen sie und auch ein Schweizer Pärchen bei uns und wir haben einen netten Abend.