Samstag, 9. August 2025

Graz - Monaco Teil 5

6. Tag

Strecke: Rifugio Jervis (1732m) - Alpengarten/Rifugio Barant (2235m) - Colle Barant (2343m) - Rifugio Barbara (1760m) - Colle Proussera (2200m) - Colle Gianna (2525m) - Pian del Re/Poquelle (2022m) - Rocce Founs (2762m) - Colle Armoine (2692m) - Rifugio Barbara Lowrie (1760m)

Mein Wecker klingelt um 5.30 Uhr, weil ich vergessen habe ihn auszumachen. Egal, ich komme langsam in die Gänge. Das Frühstück habe ich eigentlich für 7.30 Uhr ausgemacht, aber weil ich schon einmal wach bin, gehe ich zum Hauptgebäude. Dort ist bereits mein französischer Bekannter dabei, sich ein Frühstück zu richten. Ich hole mit ein Müsli und setze mich dazu.

 

Nach dem Frühstück trennen sich unsere Wege 
 

Da es schon um 7 Uhr Frühstück gibt, nutze ich die Gelegenheit und esse etwas und im Anschluss bezahle ich. Ich verabschiede mich von Ibrahim und bin schon um 7.30 Uhr unterwegs. 

Heute ist es bedeckt, aber das passt mir in mein Tagesvorhaben


3.15h bis Rifugio Barbara Lowrie ist eine Ansage


Noch ein Blick zurück und dann gehts aufwärts

Ich nehme den "gefährlichen" Weg, d. h. die Abschneider des Forstwegs. Zwar sind einige größere Stufen zu bewältigen, aber bei trockenem Wetter ist das überhaupt kein Problem.
 




 
bald liegt das Hochtal zu meinen Füßen

 

Das Rifugio Barant wird heute von den Freiwilligen des Alpengartens genützt 

So auch von Lia, die aktuell für eine Woche hier wohnt und den Besuchern bereitwillig Auskunft gibt, was es mit dem Garten auf sich hat. Dieser Garten ist nicht angelegt, aber es gibt über 200 verschiedenen Arten an Blumen und Gräsern und vier verschiedene Habitate. Jede Pflanzenart ist mit Schildern beschriftet. Ich will eigentlich nur kurz bleiben, aber es wird eine halbe Stunde daraus.


 

 



Lia wechselt sich mit anderen Freiwilligen beim Dienst ab.




auf der anderen Seite des Passes ziehen die Wolken vom Tal herauf

auch hier gibt es Abkürzungen der Forststraße




immer wieder interessanteTafeln

Der letzte Forstweg geht sanft fallend direkt bis zum Rifugio Barbara hin. (Ok, es gibt noch ein paar steile Asphaltmeter bis zu den nächsten Bildern.)

 

kurzer Stau auf der Brücke

 
dann sind die Kühe vorbei

und ich beim Rifugio

Obwohl es erst kurz für 11 Uhr ist, checke ich ein und frage, wo ich meinen großen Rucksack hinstellen kann. Denn meine Mission für heute ist klar. Ich möchte bis zur Quelle des Po kommen und wieder zurück zum Rifugio.

ohne Rucksack geht es flott bergauf
 

Weil ich schon ahne, dass es auf dem Colle Gianna windig wird, mache ich bereits beim Colle Proussera eine Rast. Während ich noch jausne, kommen mir zwei GTA Wanderer entgegen, die von Süd nach Nord unterwegs sind.

wer sitzt denn da in den Wolken?

kurz vor 13 Uhr bin ich dann auf dem Colle Gianna, wo ich nicht lange verweile
 

Die Wege hier sind alle nicht sonderlich steil. Nach der Abzweigung nach rechts Richtung Pian del Re führt ein schöner Wiesensteig weiter. 


 
Pian del Re

 


 

45' nach dem Pass bin ich bei der Quelle



unter einem Felsen kommt eiskaltes Wasser hervor

Ich suche noch schnell einen Geocache, warte ein paar Pfadfinder ab, die mit großen Rucksäcken bergwärts wandern und mache mich dann selbst wieder auf den Weg. Ich gehe aber nur ein Stück auf dem gleichen Weg, denn ich habe eine Alternative gesehen, die ich gerne ausprobieren möchte.

 

trovato - gefunden :-)

 


 


Spielerei

Meine Alternativroute ist zuerst nur mit Steinmännchen gekenntzeichnet, aber mein Track führt mich zuverlässig zum Berg, auf den ich möchte. Die letzten Meter muss ich klettern, aber schließlich stehe ich oben. Rocce Founs (2762m) heißt der Gute.

Kletterstelle

unter mir schon meine Abstiegsroute

 
noch schnell über den Pass und schon gehts abwärts

Das Rifugio Barbara ist mit 2 Std angeschrieben. Es ist 16 Uhr.

 
See mit wenig Wasser

Unterwegs kommen mir drei Franzosen entgegen, die schon recht fertig ausschauen. Später überhole ich eine Gruppe von sechs Italienern.

 


 

See mit Wasser


 

unter mir die Alm, die letzten 400hm
 

Um 17.30 Uhr komme ich beim Rifugio Barbara an und treffe dort meine Wanderkollegen von vor zwei Tagen. Ich checke ein und treffe in der Unterkunft noch einen Wanderer, der für ein paar Tage in dieser Gegend wandern möchte. Er heißt Florian und es ist lustig, weil die Bedienung ihn unter Lorian vermerkt hat. Ich verstehe mich gut mit ihm und verbringe den Abend in seiner Gesellschaft. Heute schaffe ich mein Menu spielend und bedauere es, dass niemand Karten spielen mag. Außerdem kläre ich noch eine Mitfahrgelegenheit für morgen ins Tal. Die Chefin vom Rifugio fährt morgen nach Torre Pellice, genau in den Ort, wo ich hinmöchte.

Meike, Imanuel, Corinna und Michael sind auch beim Rifugio.
 

TAGESFAZIT: Heute waren es 27,7km in 10 Stunden bei 2544 m im Aufstieg und 2376 m im Abstieg.

Freitag, 8. August 2025

Graz - Monaco Teil 5

5. Tag: Strecke: Ghigo di Prali (1470m) - Colle Giulian (2451m) - Colle Rousset (2536m) - Punta Cornour (2868m) - Lago Ramella (2590m) - Lago dell'Uomo (2365m) - Colle Giulian - Bergerie Giulian (2110m) - Villanova (1170m) - Rifugio Jervis (1732m) 

Betty und ich sitzen bereits um sechs Uhr beim Frühstück. Wir essen schnell, bezahlen und machen uns abmarschbereit. Heute trennen sich unsere Wege. Betty wird nach rechts in den Ort zum Bus gehen. Sie fährt heute über Turin nach Florenz. Ich gehe nach links und will noch einen Zusatzberg einbauen. Aber zuerst muss ich die 1000hm zum Colle Giulian schaffen. 

 

Bei der Liftstation schläft noch alles!

Dabei liegt der Morgenstunde ein gewisser Zauber inne. 

knapp drei Stunden sollen es bis zum Colle sein

anfangs sehr steil mit schönen Ausblicken


 
geht der Weg bald in einen schönen Almweg über


vorbei an ein paar Almen


Gestern haben wir auf dem Hauptplatz eine Erzieherin mit ihren Schützlingen gesehen. Heute treffe ich sie wieder. Tolles Outdoorprogramm muss ich sagen.


 

Der Wanderweg zum Colle beginnt sehr stark anzusteigen

 

Bei einer Trinkpause sehe ich, dass es noch keine Wolkenbildung gibt. Das frühe Aufstehen hat sich schon gelohnt, aber werde ich am Pass den "Il Re", den Monte Viso sehen?


auf dem Berg links von mir ist die Bergstation des Liftes zu erkennen

Und kurz vor dem Pass beim Blick zurück sehe ich endlich auch den Roccia Melone wieder.



Fast auf dem Pass sehe ich Marco einen Italiener, der mit seinem Mountainbike von Bobbio Pellice auf den Pass gefahren ist. Er ist so nett und macht auch ein Foto von mir mit dem Pass und dem Monte Viso!

 

 

Weil ich nur etwas mehr als zwei Stunden gebraucht habe, beschließe ich den Punta Conour zu besteigen. Dafür gibt es einen Track, der mit spärlichen Steinmännchen markiert ist. Zuerst wandere ich auf der alten Militärstraße Richtung Richtung Seenlandschaft.


 

die Berge sind hier sehr schroff und eigene Pfade kaum machbar


am Colle Rousset habe ich noch einmal einen herrlichen Blick auf "Il Re"

Eigentlich sind es von diesem Pass nur noch 300hm bis zum Punta, aber die haben es in sich. Ich brauche für die Strecke einenthalb Stunden, immer auf der Hut, den Track nicht aus den Augen zu verlieren.

Der Weiterweg ist für später schon erkennbar.
 


Kaum auf dem Grat angekommen öffnet sich der Blick über das Pellicetal und die Po-Ebene. Von dort ist es nicht mehr weit bis auf den Gipfel.


 
nach 4,5h stehe ich auf dem Gipfel vom Punta Cornour (2868m)


Von dort habe ich einen herrlichen Blick auf die Seen. Dieses Gebiet wurde leider auch militärisch genützt. Zum Glück ist das heute Geschichte.


Rückblick zum Punta

Am Lago dei canoni stehen zwei alte Kanonen herum


Dann ging es wieder auf die alte Militärstraße rauf Richtung Colle Giulian, wo ich meinen großen Rucksack gelassen hatte. Auf dem Weg dahin traf ich Corinna und Imanuel wieder und beim Pass einen anderen GTA-Geher, Mark.




zurück am Pass

Ich plauderte mit Mark und wir teilten unsere Jause, wie alte Bekannte. da kamen auch meine Tischnachbarn von gestern zum Pass. 

 

 

Noch schnell ein Foto und dann musste ich los, denn ich hatte vor bis zum Rifugio Jervis zu wandern. Nach der Bergerie war eine lange gerade Straße, die ich auch schon vom Punta Cornour gesehen hatte. Beim Blick zurück lag der Punta schon in Wolken.

 


 

Zum Glück kürzt die GTA einige Wege ab und führt über schöne Wiesenwege am Grat entlang rasch hinunter. Auf den Abkürzungen überhole ich meine anderen Bekannten von gestern abend. Bei einer kurzen Trinkpause überholt mich plötzlich Mark, der den Berg fast schon hinunterläuft. Ich natürlich gleich hinterher.

Einmal überhole ich ihn noch, doch dann ist er fort und kommt ein paar Minuten vor mir in Villanova an. Es ist kurz nach 16 Uhr und jetzt steht für mich noch der Weg bis zum Rifugio Jervis an. 





Ich bin schon sehr müde und brauche immer wieder Pausen. Eigentlich wollte ich links des Flusses gehen, aber bei einer Hängebrücke beschließe ich doch auf die Straße zu wechseln. 


 

Nach etlichen weiteren Höhenmetern komme ich endlich um 18 Uhr beim Rifugio Jervis im schönen Hochtal an.


 

 

Ich zeige meine Alpenvereinsausweis und werde in ein externes Gebäude geführt, wo es für Alpenvereinsmitglieder ein Matratzenlager gibt. Dort treffe ich Ibrahim aus Frankreich und lade ihn zu einem Getränk ein. Als das Essen kommt, bin ich so müde, dass ich nach dem zweiten Gang sage, dass ich schlafen gehe. (Und wenn ich einmal auf die Dolci verzichte, dann heißt das etwas!)


 TAGESFAZIT: 30,5km in 11,5h bei 2665m im Aufstieg und 2376m im Abstieg