Sonntag, 13. August 2017

Statistiken 2. Teil

Beim Aufarbeiten meiner Blogs - er wird in den nächsten Tagen noch um Fotos und einige Zeilen bereichert - habe ich mir auch verschiedene Details angeschaut und zu einer Art Statistik zusammengebastelt.

Gewanderte Tage: 22

davon in Begleitung: 2
Danke Roman für deine Begleitung


Wanderzeit:
Damit meine ich die Zeit, die ich brauchte von einer Übernachtungsmöglichkeit zu einer anderen zu kommen. Natürlich hatte ich auch Pausen.

Im Durchschnitt: 9,5 Stunden pro Tag
Längster Tag: 14 Stunden
Kürzester Tag: 4 Stunden

Italienische Tribulaunhütte


Übernachtungsmöglichkeiten:
Hütten (Refugios, Pensionen,..): 13x
Biwaks:                                      4x
Zelt:                                           5x
(davon 2x auf dem Platz und 3x wild)

Zeltplatz am Trescolmenpass

Neu renoviertes Biwak Schwarze


Höhenmeter:
Aufstieg: ca. 28015hm
Abstieg: ca. 28267hm (965hm mit der Gondel)
Damit sich alles ausgeht, gibts hier Gondelunterstützung

20. Juli: 3272hm im Abstieg!
21. Juli: 2268hm im Aufstieg

Pizzo d'Emet (3210m) mit Emetsee und Splügensee


Gipfel:
14 Stück
davon
3000er: 3 (Zufrittspitze 3439m, Hasenöhrl 3257m und Pizzo d'Emet 3210m)
2000er: 11

Am zweiten Tag die Brennerüberquerung


Pässe/Joche/Scharten:
29 Stück
Höchster: Forcella d'Entova (2831m)
Niedrigster: Brenner (1365m)



Höchster Punkt: Zufrittspitze (3439m)
Niedrigster Punkt: Lago Maggiore bei Magadino (199m)

Herrlich warm am Lago Maggiore!


Kosten:
gesamt: 1287 Euro
das sind: 58,50 Euro pro Tag
Bei den Kosten sind allerdings auch die Bahnkarten ins Zillertal und vom Lago Maggiore nach Graz beinhaltet.
Ohne Transportkosten: 49,73 Euro/Tag


Montag, 7. August 2017

5. August 2017

2. Teil 22. Tag
Strecke: Bellinzona - Magadino am Lago Maggiore
Rückweg: mit Zug bzw. Bus nach Bellinzona und von dort weiter nach Zürich, EN Zürich - Graz
Der Tisch biegt sich vor lauter Köstlichkeiten

Wir haben 6.30 Uhr zum Frühstück vereinbart. Der Kiosk im Campingplatz hat noch nicht offen und ich kaufe ein paar Croisants und ein Brot bei der nahen Tankstelle.
Nach einem ausgiebigen Frühstück (wieder DANKE!) mache ich mich auf den Weg. Heute steht mein letzter Wandertag für dieses Jahr an. Trotz anfänglicher Selbstüberschätzung und dem Verlieren von zwei Tagen bereits in Südtirol schaffe ich es bis zum Lago Maggiore.
Beim Frühstück plaudern wir noch über diesen T5 Cache, den Ania beim ersten Anlauf nicht schaffte und ich meinte, wir könnten uns ja noch einmal dort treffen.
Auf dem Weg zum Bahnhof

Aber zuerst einmal gehe ich zum Bahnhof und gebe meinen Rucksack in ein Schließfach. Nur mit kleinem Rucksack (Jause und Trinken) fliege ich fast bis zum Fluss.
Teilweise gibt es echt nette Grafittis

Moderne Rad- und Fußgängerbrücke
Diesen überquere ich auf der Radbrücke, wo ich gestern fast verzweifelt bin und bin nach knapp 90 Minuten bei der Eiche. Von Ania, Tom und den Hunden ist nichts zu sehen. Deshalb sehe ich mir den Kletterbaum einmal näher an. Da ich meinen ersten T5 auch bei einer (steirischen) Eiche ohne Hilfsmittel geschafft hatte, war ich sehr zuversichtlich. Tatsächlich erreiche den untersten Ast komme auch so immer weiter. Bei der Dose habe ich dann Gewissheit: Weltraumäffchen war noch nicht da.

Diese Eiche ist auch ein mächtiger Baum
Weiter geht es über eine andere Brücke zurück und dann fast schnurgerade auf einem Erdwall Richtung Magadino. Es ist sehr heiß in der Ebene, aber mit leichtem Gepäck und ohne Höhenmeter geht es rasch dahin.
Auf dem Wall geht es Kilometer lang dahin.

Zusammengerechnete Wanderzeit von Bellinzona nach Magadino: 4h 40
Es gibt hier einige Reithöfe und vom nahen Flugplatz starten und landen immer wieder Flugzeuge. Am Schluss gibt es schon etliche Teiche und dann bin ich in Magadino.
Einige Reiterhöfe liegen auch am Weg.

Ursprünglich wollte ich ja nach Locarno, aber das wäre wesentlich weiter gewesen und der See ist der Gleiche. Am Strand suche ich mir eine ruhige Bank und betrachte das weite Wasser.
Dann springe ich auch noch in den See. So habe ich mir das vorgestellt.
Magadino

auf der anderen Seite ist Locarno

Der Strand spricht mich sofort an und ...

...ich springe hinein.

Zum Abschluss meiner Wanderung suche ich mir noch einen erhöhten Platz, von wo ich den See schön fotografieren kann.

Mein Rückweg sollte von Magadino mit dem Zug erfolgen, aber der Bahnhof ist im Moment praktisch nicht existent. Sowohl das Gebäude, als auch die Gleiskörper werden renoviert.
Da fährt heute kein Zug!

Doch der Schienenersatzverkehr kommt in der nächsten halben Stunde. Diese nutze ich dazu mir schon einmal die Fährenpläne für nächstes Jahr anzuschauen und auch die Autos, die da herumflitzen. Lauter Porsche, Ferrari und andere "wichtigen" Fahrzeuge.
Sehr seltsam wieder in der Zivilisation zu sein. Ganz ohne Verbrennungsmotor bin ich gut 600km in 22 Tagen gegangen und mir war keine Minute langweilig. Vor allem ist mir an diesen Fahrzeugen der Lärm und der Gestank aufgefallen. Das ist mir keine Minute abgegangen.
Anlegestelle für die Fähre

Es hat heute wieder über 35° C und ich bin froh, dass der Bus kommt. Erst der dritte ist der richtige und bringt mich zum Bahnhof, von dem Züge fahren. Kurz nach drei Uhr komme ich in Bellinzona an. Dort kommt es mir noch heißer vor. Also beschließe ich diverse Caches zu lassen und mit dem nächstbesten Zug nach Zürich zu fahren.
Ich hole meinen großen Rucksack und setzte mich in den IC nach Zürich. Am Anfang bewundere ich noch die Strecke, die ich gegangen bin, aber nach dem Pizz Claro war ich ja anderswo unterwegs.
Als wir in den langen Tunnel einfahren, werde ich sehr müde und wache erst wieder kurz vor Zürich auf. Scheinbar braucht meine Seele, um so eine lange Distanz zu überwinden.
Beim Essen in der Bahnhofshalle kann meine Seele nachkommen ;-)

Auch das Museum in Zürich wird gerade renoviert.

Essen hält bekanntlich Leib und Seele zusammen und deshalb gehe ich in Zürich noch etwas essen. Danach geht es wirklich besser. Nach ein paar Caches gehe ich auf den Bahnsteig und warte auf meinen EN. Ich habe noch genug Zeit meine Aufzeichnungen zu Ende zu bringen und bin dann auch gleich in der Nähe meines Wagons.
So war es dieses Jahr!

4. August 2017

2. Teil 21. Tag

Strecke: Capanna Brogoldone - Teleferico - Lumino - "Kunstwiese" - Bellinzona Nord - Süd - Nord
Nicoletta hat ihre Hühner dressiert, sie können auf Kommando hochflattern und sich ein Brot holen.

Weil ich in der Früh mit einer Nagelbetteiterung im Zehen aufwache, beschließe ich den Tag etwas ruhiger anzugehen. Ich bekomme ein gutes Frühstück von Nicoletta, das in einer selbstgemachten Kastanienmarmelade gipfelt, packe alles zusammen, lasse mir noch die Kunststücke der Hühner vorführen und die Grotta zeigen, einen natürlichen Vorratsraum im Felsen, der sogar eine Oberlichte hat und trotzdem wetterfest ist.
Die Capanna Brogoldone ist ein friedlicher Ort an einem sehr idyllischen Platz.

Erst um 9 Uhr gehe ich los und steige die ersten 700 Höhenmeter zur Gondel ab. Weil das Moesatal auf ungefähr 400hm liegt, wären gleich am Vormittag 1500hm abzusteigen. Das ist mit mit meinem Zehen zu viel und ich beschließe die anderen 800hm mit der Gondel zu bewerkstelligen.
Zum Glück ist der Weg meist im Westen und im Wald, so habe ich noch etwas Schatten, denn es verspricht sehr heiß zu werden.
Beim Blick ins Tessintal sieht man schon, dass es heute heiß wird.

Bei der Gondel muss ich etwas warten, aber dann kann ich als einziger Fahrgast in die kleine Kabine (gebaut für 320kg) Platz nehmen. Wofür ich ungefähr zwei Stunden gebraucht hätte, geht mit der Technik in knapp 15 Minuten. Als ich aussteige, schlägt mir gleich die Hitze entgegen.
Minigondel für vier Mann

Bergauf wollen mehrere Bergsteiger.

Der heutige Punkt für mein Multiabenteuer ist ein Stück zurück Richtung Grono. Weil ich beim Rückweg wieder in der Nähe von Lumino ankommen werde, kann ich meinen großen Rucksack ablegen und einfach so wandern.
Das kleine Örtchen Lumino

Für die fast sechs Kilometer brauche ich eine gute Stunde hin und ebensoviel zurück. Die Kunstwerke sind originell und neben meiner Variablen finde ich auch noch einen Geocache.
Sogar den Truthähnen ist heiß.

Kunst n der Natur 1

Kunst in der Natur 2

Wieder zurück beim Rucksack lade ich mir alles auf und trotte gen Bellinzona.
Ohne Rucksack war es angenehm zu wandern.

Wieder großteils im Schatten und den einen oder anderen Geocache machend, der mit Wasser zu tun hat. Die Moesa ist herrlich kühl und viele Einheimische schwimmen oder plantschen im Fluss.
Immer wieder gibt es Plätze, wo sich Leute im Fluss erfrischen.

Bei Bellinzona kommt die Tessin, der namensgebende Fluss für diesen Kanton, vom Norden her. Dorthin werde ich morgen mit dem Zug meine Heimreise durch den St. Gotthard Basistunnel (57km!) antreten.
Der Italienische Einfluss und das wärmere Klima ist hier klar zu bemerken.

Weil ich möglichst nahe beim Wasser gehen will, bleibe ich ganz auf Uferwegen. Das hätte ich nicht tun sollen. Auf meiner Landkarte ist ein Campingplatz im Süden von Bellinzona eingezeichnet, den ich erreichen will. Ich marschiere also gut vier bis fünf Kilometer teilweise im Schatten teilweise in der prallen Sonne Richtung Süden, bis zu der Stelle, wo der Zeltplatz sein sollte.
An Bellinzona vorbei: aber wo ist der Campingplatz?

Vor Ort sind aber nur landwirtschaftliche Flächen bzw. einige Industriehallen. In meiner Verzweiflung frage ich einen Einheimischen (der zum Glück auch Deutsch kann). Dieser sagt, dass der einzige Campingplatz, den er kennt, im Norden von Bellinzona ist. D. h. für mich die letzten vier bis fünf Kilometer wieder zurückzugehen.
Also wieder zurück in der Hitze: hier sieht man auch den Spitz vom Pizz Claro, wo ich gestern noch oben war.

Inzwischen hat Ania Kontakt mit mir aufgenommen und gemeint, dass wir ja am gleichen Campingplatz übernachten könnten, weil Tom, die Pupsen und sie ja gerade von Rimella nach Bellinzona zurückkämen. Für so ein Weitwanderertreffen mobilisiere ich noch einmal meine Kräfte und schleppe mich zum Campingplatz.
Das kleinste Zelt und so viel Zubehör. Immer wieder erstaunlich, dass das alles im Rucksack Platz hat.

Nach dem Zeltaufbau gehe ich in den Shop und decke mich mit Getränken ein, koche etwas und schnorre mir von einer deutschen Reisegruppe ein Bier.
Meine deutschen Nachbarn verkaufen mir günstig ein Bier.

Am späteren Abend kommen tatsächlich das Weltraumäffchen und Tom und ihre Hunde und wir verbringen einen netten Abend und ich bekomme eine Einladung für das morgige Frühstück.
Danke für die Einladung!

Sonntag, 6. August 2017

3. August 2017

2. Teil 20. Tag
Strecke: Trescolmenpass - Rosso - Cauco - Pizzo di Claro - Capanna Brogoldone
Ab und zu geht der Weg knapp am Bach vorbei

Die Schlafstelle war gut gewählt und ich erwache erholt in meinem Zelt. Während das Wasser für meinen Tee zu kochen anfängt, beginne ich den Rucksack zu packen. Um kurz vor sieben Uhr marschiere ich heute los. Vom Pass sind es heute fast 1000hm, die ich gleich in der Früh hinunter gehe. Die Alpe ist verlassen und wenn man die schmalen Wege ins Tal beachtet, ist es verständlich warum.
So sauberes Wasser!

Das Wasser ist herrlich sauber, allerdings haben Gewitter Stücke vom Weg weggerissen. Als ich zum Bach hin ausweiche, rutsche ich aus und reiß mir ein Stück meiner Haut beim Daumen heraus. Mit einem Pflaster bin ich schnell verarztet und setze meinen Weg fort.
Bald bin ich in Valbella. Auch hier ist der Bach kristallklar. Es gräbt sich immer wieder in den Fels und lässt Schluchten entstehen.
Von Valbella nach Rosso gehe ich auf der Straße. Dort bekomme ich einen guten Capuccino im Ristorante Alpino.
Dolce vita

Weiter geht es auf einer wunderschönen Talstraße nach Cauco. Bei einer besonders schönen Stelle bei einer Brücke stelle ich den Rucksack ab und hüpfe ins Wasser.


In Cauco geht es jetzt den Berg hinauf. Die Steigung ist gleich enorm und das ist insofern gut, weil ich über 1700hm auf den nächsten Gipfel habe.
Rückblick auf Cauco

Bei einer Alm (die als Ferienhäuser dienen) treffe ich vier Schweizer, die auch Deutsch sprechen. Nach ein bisschen Smalltalk geht es weiter bergan. Ich komm bei einer Quelle vorbei und fülle meine Wasservorräte. Heute wird es heißt, aber ich bleibe zum Glück sehr lange im Schatten des Waldes. Erst bei einer hohen Alm, auf der es einige Mutterkühe mit Kälbchen gibt, verlasse ich die Waldgrenze.
Beim Berg über dem Schornstein bin ich heute gestartet

Die letzten 700hm geht es in der Sonne. Ich muss oft ausruhen, aber um 16.30 Uhr stehe ich auf dem Pizz' di Claro (2.727m). Oben ist auch ein Italiener mit seiner Tochter und ihrem Hund. Der meint, dass ich mindestens vier Stunden bis zum Campanna Brogoldone brauchen werde. Der "Weg", den ich mir herausgesucht hätte, ist kein Weg sondern ein ausgesetzter Grat, auf dem die Bezirksgrenze verläuft.
Lago di Canee und ganz unten in Tal der Ort Claro

Also entscheide ich mich zuerst zum Lago di Canee abzusteigen (ca. 2.200m) und dann noch weiter zu der darunter liegenden Alm auf 1800m. Von dort quere ich die ganze Westflanke und in leichtem Auf und Ab schaffe ich es in 2.5h bis zur Capanna.
Meine Unterkunft

 Sehr erschöpft nach einem 12 Stundentag bin ich erfreut, dass ich Zimmer und Halbpension bekomme.
Abendstimmung